ESA vergibt Studien für europäischen orbitalen Außenposten

Die Europäische Weltraumorganisation hat zwei Industriekonsortien unter deutscher Führung mit Vorstudien für einen orbitalen Außenposten beauftragt. Die Pre-Phase-A-Untersuchungen laufen neun Monate und enden voraussichtlich im Juni 2026.

  • Die ESA hat Airbus Defence and Space und OHB mit der Leitung von zwei Vorstudien beauftragt.
  • Die Pre-Phase-A-Studien dauern rund neun Monate und haben einen Meilenstein im Juni 2026.
  • Der geplante Außenposten soll bemannte Raumfahrt, Forschung und Technologie im niedrigen Erdorbit ermöglichen.
  • Die Vorstudien laufen im European Exploration Envelope Programme und bereiten Programmentscheidungen der ESA-Mitgliedstaaten vor.
  • Der Außenposten könnte Europas Souveränität im Weltraum stärken und als Testumgebung für spätere Mondmissionen dienen.

Was geschehen ist

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat zwei Industriekonsortien mit Vorstudien für einen europäisch geführten orbitalen Außenposten beauftragt. Die Arbeiten sind Teil der Vorbereitungen für die Zeit nach der Internationalen Raumstation ISS.

Was wir wissen

Die Aufträge gingen an zwei Konsortien: Airbus Defence and Space leitet das eine, OHB das andere. Beide Unternehmen haben ihren Sitz in Deutschland. Den Pre-Phase-A-Studien sind sechs weitere industrielle und institutionelle Partner angeschlossen. Sie laufen unter dem European Exploration Envelope Programme der ESA über rund neun Monate und haben einen Meilenstein im Juni 2026.

Der orbitale Außenposten soll bemannte Raumfahrt, wissenschaftliche Forschung und Technologieentwicklung ermöglichen. Die ESA untersucht mehrere Optionen für die Post-ISS-Ära, darunter diesen europäisch geführten Außenposten sowie die Zusammenarbeit mit künftigen kommerziellen orbitalen Zielen.

Ein von Europa geführter Außenposten würde dem Kontinent eine größere Rolle bei Entwicklung und Betrieb von Explorationsanlagen im niedrigen Erdorbit (LEO) einräumen. Er soll europäische Fähigkeiten für künftige Missionen jenseits des LEO stärken und die nächste Generation vorbereiten – offen für internationale institutionelle und kommerzielle Partner.

Die Studien bereiten potenzielle programmatische Entscheidungen der ESA-Mitgliedstaaten vor. Geleitet werden sie im Direktorat für bemannte und robotische Exploration unter Daniel Neuenschwander.

Parallel entwickelt die Industrie der Mitgliedstaaten neue Fähigkeiten in den Bereichen orbitaler Transport, Habitation, Lebenserhaltung, Robotik und On-Orbit-Servicing. Die Nutzung der ISS neigt sich derweil dem Ende zu.

Warum es zählt

Mit den Studien macht Europa einen konkreten Schritt in Richtung eigener orbitaler Infrastruktur. Angesichts des nahenden Endes der ISS-Ära sichert sich die ESA die Fähigkeit, bemannte Raumfahrt im niedrigen Erdorbit fortzusetzen und strategische Technologien zu entwickeln. Die deutsche Industrie spielt dabei als Konsortialführerin eine zentrale Rolle.

Der Außenposten könnte Europas Souveränität im Weltraum stärken und als Testumgebung für spätere Missionen zum Mond und darüber hinaus dienen.

Wie es weitergeht

Die Vorstudien erstrecken sich über etwa neun Monate bis zu einem Meilenstein im Juni 2026. Sie dienen als Basis für künftige Programmentscheidungen der ESA-Mitgliedstaaten.

Quellen

  1. 1.ESA Human and Robotic Exploration

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