Antarktisches Meereis erreicht drittniedrigste maximale Ausdehnung
Am 14. September 2026 wurde mit 17,59 Millionen Quadratkilometern der voraussichtliche Jahreshöchststand erreicht – der drittniedrigste seit Beginn der Satellitenmessungen.
- Das antarktische Meereis erreichte am 14. September 2026 voraussichtlich sein jährliches Maximum.
- Mit 17,59 Millionen Quadratkilometern ist es das drittniedrigste Maximum seit Beginn der Satellitenaufzeichnung.
- Passive Mikrowellensensoren auf Satelliten von NASA und JAXA messen die Eisausdehnung unabhängig von Wolken und Tageslicht.
- Nach neuen Rekordmaxima 2012 bis 2014 ging die antarktische Eisausdehnung deutlich zurück.
- Das NSIDC teilte am 23. September 2026 mit, dass das antarktische Maximum höchstwahrscheinlich erreicht war.
Was geschehen ist
Die antarktische Meereisausdehnung hat am 14. September 2026 voraussichtlich ihren jährlichen Höchststand erreicht. Mit 17,59 Millionen Quadratkilometern (6,79 Millionen Quadratmeilen) ist es das drittniedrigste Maximum in der Satelliten-Ära.
Was wir wissen
Am 14. September 2026 markierte das antarktische Meereis mit 17,59 Millionen Quadratkilometern (6,79 Millionen Quadratmeilen) aller Voraussicht nach seine maximale Ausdehnung des Jahres. Das ist der drittniedrigste Wert seit Messbeginn.
Die Messung erfolgt durch passive Mikrowellensensoren auf Satelliten, die den Unterschied in der Mikrowellenemission zwischen Eis und offenem Wasser nutzen und unabhängig von Wolken oder Tageslicht arbeiten. Die lückenlose Satellitenaufzeichnung begann 1978 mit Nimbus-7 und wurde mit DMSP-Satelliten (ab 1987), dem NASA-Satelliten Aqua (2002–2011) und dem GCOM-W-Satelliten der japanischen Raumfahrtagentur JAXA (bis 2025) fortgeführt.
Zwischen 1979 und 2014 nahm die Gesamtfläche des antarktischen Meereises um etwa ein Prozent pro Jahrzehnt zu – allerdings war unklar, ob es sich um eine aussagekräftige Veränderung handelte. In den Jahren 2012 bis 2014 wurden noch neue Rekordmaxima der winterlichen Eisausdehnung registriert. Danach endete die Zunahme, und es setzten deutliche Rückgänge ein. Seitdem lag die Meereisbedeckung größtenteils unter dem langjährigen Durchschnitt; sowohl das Minimum als auch das Maximum erreichten 2023 Rekordtiefstwerte. Die Entwicklung wird weiterhin wissenschaftlich beobachtet.
Das National Snow and Ice Data Center (NSIDC) hatte bereits am 23. September 2026 mitgeteilt, dass das antarktische Maximum höchstwahrscheinlich erreicht sei und die arktische Eisausdehnung ihr Minimum erreicht habe. Die NASA Earth Observatory veröffentlichte am 6. Oktober 2026 unter dem Titel „World of Change: Antarctic Sea Ice“ eine visualisierte Zeitreihe. Diese Bilder verwenden Daten des NSIDC und wurden von Michala Garrison erstellt.
Warum es zählt
Die Messungen stützen sich auf Satelliten der NASA und der JAXA – Raumfahrtagenturen, die auch Technologien für die Monderkundung entwickeln. Die passive Mikrowellensensorik demonstriert Fernerkundungsverfahren, die für die Kartierung von Planeteneis oder die Erkundung von Ressourcen auf dem Mond relevant sind. Die Kontinuität der Daten über Jahrzehnte unterstreicht die Fähigkeit, langfristige Raumfahrtmissionen zu planen und zu betreiben.
Was wir noch nicht sicher wissen
- Das Erreichen des Maximums ist noch vorläufig und kann sich bei nachträglicher Prüfung verschieben.
- Der langfristige Trend unterliegt weiterhin der wissenschaftlichen Beobachtung.
Quellen
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