RFA erhält ESA-Boost!-Vertragsverlängerung für erste RFA-One-Flüge

Die Europäische Weltraumorganisation fördert die Augsburger Rocket Factory Augsburg mit 2,7 Millionen Euro zusätzlich, um die Startvorbereitungen für die RFA One auf den Shetlandinseln voranzutreiben.

  • Die ESA verlängerte am 23. September 2026 den Boost!-Vertrag mit RFA um 2,7 Millionen Euro.
  • Das Geld unterstützt die ersten beiden RFA-One-Flüge vom SaxaVord Spaceport auf den Shetlandinseln.
  • RFA und UK Space Agency finanzieren die ESA-Förderung je zur Hälfte.
  • Geplant sind Heißbrandtests der gesamten RFA One sowie der zweiten Stufe und von Helix-1.0-Triebwerken.
  • Die RFA One kann bis zu 500 Kilogramm in eine 500 Kilometer hohe sonnensynchrone Umlaufbahn bringen.

Was geschehen ist

Am 23. September 2026 gab die Rocket Factory Augsburg (RFA) bekannt, dass die Europäische Weltraumorganisation (ESA) ihre Vertragsverlängerung im Rahmen des Programms „Boost!“ unterzeichnet hat. Das Unternehmen erhält 2,7 Millionen Euro, um die Vorbereitungen für die ersten beiden Flüge der Trägerrakete RFA One vom SaxaVord Spaceport auf den Shetlandinseln zu unterstützen.

Was wir wissen

Die Vertragsverlängerung hat ein Volumen von 2,7 Millionen Euro und wird über das ESA-Programm Boost! abgewickelt. Die britische Raumfahrtagentur UK Space Agency finanziert den ESA-Beitrag; RFA selbst steuert eine Investition in gleicher Höhe bei.

Die RFA One ist ein dreistufiges, orbitales Trägersystem. Sie hat eine Länge von 30 Metern und einen Durchmesser von 2,15 Metern. Die Rakete kann bis zu 500 Kilogramm Nutzlast in eine 500 Kilometer hohe sonnensynchrone Umlaufbahn bringen. Entwickelt wird sie im bayerischen Augsburg.

Der erste Flugkörper der RFA One befindet sich bereits am SaxaVord Spaceport auf den Shetlandinseln. Demnächst sollen Heißbrandtests der gesamten Rakete auf der Startrampe stattfinden. Nach deren Abschluss ist der erste Testflug vorgesehen.

Die Vertragsverlängerung umfasst zudem eine zusätzliche Kofinanzierung für Boden- und Testinfrastruktur am SaxaVord Spaceport. Dadurch sollen dort Heißbrandtests der zweiten Raketenstufe sowie einzelner Helix-1.0-Triebwerke ermöglicht werden. Am Standort wird derzeit auch der Triebwerksprüfstand umgebaut.

RFA ist Teilnehmerin der European Launcher Challenge und erhält für die Anlaufphasen Unterstützung durch die ESA. Das Boost!-Programm der ESA vergibt Aufträge an kommerzielle Anbieter von Transportdiensten und fördert die Raumflughafen- und Testinfrastruktur der Mitgliedsländer.

Warum es zählt

Die Vertragsverlängerung zeigt, wie das ESA-Programm Boost! gezielt kommerzielle Startdienstleister stärkt und den Ausbau europäischer Raumflughäfen vorantreibt. Für RFA bedeutet sie einen wichtigen Schritt in Richtung des ersten orbitalen Starts und festigt die Position im Wettbewerb um Kleinsatelliten-Starts.

Hintergrund

Die Raketenfabrik entwickelt die RFA One in Augsburg. Bereits 2022 und 2023 erhielt das Unternehmen Boost!-Verträge von der ESA. Der SaxaVord Spaceport liegt auf den Shetlandinseln und ist Großbritanniens erster orbitaler Startplatz.

Wie es weitergeht

In Kürze sollen am SaxaVord Spaceport Heißbrandtests der gesamten RFA One auf der Startrampe stattfinden; nach deren Abschluss ist der erste Testflug vorgesehen. Die Vertragsverlängerung ermöglicht außerdem Heißbrandtests der zweiten Stufe sowie einzelner Helix-1.0-Triebwerke.

Was wir noch nicht sicher wissen

  • Der genaue Zeitplan für die Heißbrandtests und den ersten Testflug wurde nicht veröffentlicht.

Quellen

  1. 1.ESA Space Transportation
  2. 2.European Spaceflight

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